Sozialerziehung

(ein Unterrichtsfach mit 2/2/2/1 Jahreswochenstunden)
 
Der Lernprozess:

  • das Kennenlernen verschiedenster (je nach Jahrgang) sozialer Strukturen,
  • das Bewusstmachen der eigenen Rolle in diesen Strukturen,
  • die Wahrnehmung von Benachteiligungen, Ungerechtigkeiten und Konflikten innerhalb dieser,
  • eine Ermutigung der SchülerInnen zu eigenständigem und sozial verantwortlichem Entscheiden und Handeln.


Das erste Jahr steht unter dem Motto „Ich als Teil meiner Gruppe“. Der Blick soll auf die eigene Lebenswelt gerichtet werden. Die sozialen Strukturen, die als erste thematisiert werden, sind jene, die die SchülerInnen unmittelbar erleben, wie zum Beispiel  Familie, Freundeskreis, Schulklasse, Schule, eigener Verein, …….. .

Ein besonderer Platz wird der Selbstwahrnehmung, Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinschaftserfahrung, aber auch dem Umgang mit Konflikten eingeräumt.
 

Das zweite Jahr steht unter dem Motto „Ich als Teil der Gesellschaft“. Der Blick der SchülerInnen wird über die eigenen Lebenswelten hinaus geweitet.

Thema und Erfahrungsbereich sind die sozialen Strukturen in unserer Gesellschaft, wie zum Beispiel Behörden, Sozialeinrichtungen, andere Vereine, Betriebe, Gemeinde, ... .

Wichtig sind die Begegnung und der Kontakt mit Menschen, die einerseits in Sozialeinrichtungen arbeiten und andererseits in ihnen leben. Zur Sprache kommen auch Themen wie z. B. jugendliche Schuldenfalle, Jugendschutzgesetz, die Spannung zwischen Ehrenamt und bezahlter Tätigkeit.
 

Im dritten Jahr findet der gleiche Lernprozess mit Blick auf die Weltgemeinschaft statt. Im Sinne eines „Globalen Lernens“ wird unter dem Motto „Ich als Teil der Welt“ der Blick auf die Völkergemeinschaft, ihre Verflechtungen, aber auch auf die großen Probleme gerichtet.

Themen daraus, wie zum Beispiel „Dritte Welt“ oder „Globalisierung“ oder „Multikulturelle Gesellschaft“, werden die SchülerInnen - wie schon in den beiden Jahren zuvor - mit ihrer eigenen Rolle und der eigenen Verantwortung konfrontieren.
 
Allen drei Ebenen ist nicht nur der oben beschriebene Lernprozess gemeinsam, sondern auch der Praxisbezug. In jedem der drei Jahre gibt es ein Projekt, das klar macht, dass der Begriff „sozial“ nicht nur „die Gesellschaft betreffend“, sondern auch „gemeinnützig“ und „wohltätig“ bedeutet.

In diesen Projekten wird sowohl mit Betrieben, Vereinen, staatlichen Einrichtungen als auch mit nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) zusammengearbeitet.

Mögliche Projektpartner sind z.B.: Altersheim, Krankenhaus, Gemeinde, Firmen, Caritas, Rotes Kreuz, Greenpeace, EZA, Welthaus, Südwind, Amnesty International, Entwicklungshilfeclub.
 

Im vierten Jahr gibt es eine Wochenstunde „Sozialerziehung“, die sich hauptsächlich mit politischer Bildung und Staatsbürgerkunde befasst.

Neben dem Kennenlernen möglichst vieler regionaler, nationaler aber auch internationaler nichtstaatlicher Organisationen (NGOs) während der drei Projektjahre sollen die SchülerInnen systematisch Informationen über die öffentlichen Strukturen, Einrichtungen und Behörden - angefangen von der Gemeinde über Land und Republik bis hin zu EU und UNO - bekommen.