Informationen zur Reifeprüfung

Berechtigung zum Antreten bei der Reifeprüfung

Die letzte Schulstufe muss positiv abgeschlossen werden. Bei einem Nicht Genügend kann vor den schriftlichen Prüfungen eine Wiederholungsprüfung abgelegt werden (kann eventuell im Herbst wiederholt werden). Es kann die Wiederholungsprüfung auch im Herbst abgelegt werden. Bei zwei Nicht genügend besteht die Möglichkeit zu Wiederholungsprüfungen im Herbst. Bei drei oder mehr Nicht genügend muss die Maturaklasse wiederholt werden.

Umfang der Reifeprüfung

Drei voneinander unabhängige Teile:

  • Vorwissenschaftliche Arbeit
  • 3 oder 4 Klausuren
  • 3 oder 2 mündliche Prüfungen

Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)

•    Themenfestlegung im ersten Semester der 7. Klasse
•    Festlegung im Einvernehmen mit BetreuerIn (LehrerIn der Schule)
•    Keine Fachzuordnung (aber BetreuerIn muss Sach- und Fachkompetenz aufweisen)
•    Je BetreuerIn können 3 Arbeiten betreut werden
•    Genehmigung des Themas durch Landesschulrat bis Ende April der 7.Klasse
•    Umfang: ca. 40000 bis 60000 Zeichen (ohne Vorwort, Inhalts-, Literatur- und Abkürzungsverzeichnis)
•    Arbeit auch in einer Fremdsprache möglich
•    Verfassen der Arbeit nach Genehmigung durch den LSR
•    Betreuung durch LehrerIn
•    Abgabe nach den Semesterferien der 8. Klasse (schriftlich und digital)
•    Präsentation der Arbeit und Diskussion (10 bis 15 Minuten)


Bestandteile der VWA:

  • Titelblatt
  • Abstract in englischer oder deutscher Sprache: Thema, Fragestellung, Problemformulierung, wesentliche Ergebnisse
  • Vorwort (nicht verpflichtend): persönlicher Zugang
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung: Abgrenzung und Eingrenzung, Fragestellung(en), Ziel der Arbeit, Vorgehensweise, angewandte Methoden
  • Hauptteil: Behandlung des Kernthemas in sachlicher Form
  • Schluss (Fazit); Zusammenfassung, Resultate der Arbeit
  • Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis, Anhang, Glossar (nicht verpflichtend)
  • Selbständigkeitserklärung
  • beizulegen: Begleitprotokoll des Schülers/der Schülerin

Klausuren

Zu wählen sind:
•    Deutsch
•    Mathematik
•    Lebende Fremdsprache (Englisch oder Französisch oder Italienisch)

Bei 4 Klausuren zusätzlich eines der Fächer (falls besuchtes Schularbeitenfach):
•    Zweite lebende Fremdsprache
•    Latein
•    Physik, Biologie oder Darstellende Geometrie

Klausuren in Deutsch, Fremdsprachen, Latein und Mathematik sind standardisiert (zentrale Aufgaben-stellung) Übrige Klausuren werden durch die FachlehrerInnen zusammengestellt und vom LSR genehmigt.
Dauer der Klausuren: 270 Minuten (Ausnahme Deutsch: 300 Minuten)
Bei negativer Klausur:
•    Mündliche Kompensationsprüfung im selben Termin (zentrale Aufgabenstellung!); Note dadurch
 bestenfalls Befriedigend oder
•    Wiederholung der Klausur im nächsten Termin


Aufgabenstellungen der Klausuren

Deutsch:
3 Themenpakete (eines zu wählen); 1 Themenpaket enthält eine literarische Aufgabenstellung
Jedes der drei Themenpakete umfasst zwei verschiedene Textsorten
Alle Aufgabenstellungen sind textbasiert; Inputtext(e) als Grundlage (max. 2000 Wörter, lit. Texte, Zeitungstexte, Grafiken, ...); insgesamt sind ca. 900 Wörter (+/- 10%) zu schreiben
Wörterbuch darf verwendet werden
Textsorten:
Textanalyse (linearer und nichtlinearer Texte), Textinterpretation, Zusammenfassung, Meinungsrede,
Leserbrief, Kommentar, Offener Brief, Erörterung, Empfehlung
Beurteilung:
4 Dimensionen: Inhalt, Textstruktur, Stil und Ausdruck, normative Sprachrichtigkeit (Orthografie, Grammatik, Zeichensetzung).
Diese vier Dimensionen werden zu drei Kompetenzbereichen zusammengefasst:
KI: Text 1: Inhalt und Gliederung/Textstruktur
 K2: Text 2: Inhalt und Gliederung/Textstruktur
 K3: Text 1 und Text 2: Stil/Ausdruck und normative Sprachrichtigkeit
Jeder dieser Kompetenzbereiche muss für sich positiv sein, damit insgesamt eine positive Note gegeben werden kann.

Lebende Fremdsprache:
Sprachniveaus: Englisch: B2 ; Französisch B 1, Italienisch B 1
Aufgabenstellung mit vier voneinander unabhängigen Teilen (jeder mit 25% gewichtet):
- Leseverstehen (60 Minuten):
              4 Aufgaben; mögl. Aufgabenformate: Zuordnen, Kurzantworten, Multiple Choice
- Hörverstehen (45 Minuten in E, 40 Minuten in F/IT):
              4 Aufgaben; mögl. Aufgabenformate: Zuordnen, Kurzantworten, Multiple Choice,
                          Richtig/Falsch mit Begründung (nur E)
- Sprachverwendung im Kontext (45 Minuten):
              4 Aufgaben; mögl. Aufgabenformate: Multiple Choice, Editieren, Wortbildung, Lückentext
- Schreibkompetenz (120 Minuten in E, 125 Minuten in F/IT): Zwei voneinander unabhängige Teile (Englisch ca. 650 Wörter; Französisch/Italienisch ca. 400 Wörter); Textsorten: Essay (nur E), Artikel, E-Mail, Bericht, Blog
Wörterbuch darf nicht verwendet werden.
Für positive Gesamtbeurteilung müssen sowohl der rezeptive Teil (Lesen und Hören) als auch der produktive Teil (Sprachverwendung im Kontext und Schreiben) positiv sein (mind. 50%). Bei der Gesamtbeurteilung müssen in der Regel 60% erreicht werden.

Latein: vierjährig (RG/BORG), sechsjährig (Gym)
Zwei voneinander unabhängige Aufgaben:
- Übersetzung (lat. Originaltext)
- Interpretation (von lat. Originaltext ausgehende, zehn Teilaufgaben umfassende Analyse und
  Interpretation)
  Arbeitsumfang beider Aufgaben bei vierjährig: bis zu 210 Wörter, davon mindestens 110 Wörter im
  Übersetzungsteil und mind. 80 Wörter im Interpretationsteil, bei sechsjährig: 220 Wörter, davon mindestens
 120 Wörter und mind. 80 Wörter im Interpretationsteil
Beurteilung:
36 Punkte für Übersetzung (Erfüllung Checkpoints für Punktvergabe entscheidend) und 24 Punkte für Interpretation. Für eine positive Beurteilung sind im Übersetzungsteil mindestens 18 und im Interpretationsteil mindestens 12 Punkte erforderlich. Wörterbuch ist zulässig

Mathematik:
Zwei voneinander unabhängige Aufgabenbereiche (getrennt zu bearbeiten):
- Grundkompetenzen (120 Minuten): 18-25 Typ-1 -Aufgaben (einzelne Grundkompetenzen werden überprüft), Aufgabenformate: Offenes Antwortformat, halboffenes Antwortformat, Multiple Choice-Formate, 2 aus 5, 1 aus 6, x aus 5, Konstruktionsformat, Lückentext, Zuordnungsformat
- Vertiefte Kompetenzbereiche (150 Minuten): 4-6 Typ-2-Aufgaben mit kontextbezogenen oder innermathematischen umfangreicheren Problemstellungen
Beurteilung:
Typ-l-Aufgaben („Grundkompetenzen") stellen den (lt. LBVO) „wesentlichen Bereich" dar, dazu kommen einzelne gekennzeichnete Fragestellungen von Typ-2-Aufgaben (so genannte Komponenten), die ebenfalls für die Überprüfung der Grundkompetenzen herangezogen werden.
Typ-2-Aufgaben („Anwendung und Vernetzung von GK") stellen die „(weit) über das Wesentliche hinausgehenden Bereiche" dar. Für eine positive Beurteilung sind die Typ-l-Aufgaben wichtig. Durch die Typ-2-Aufgaben können auch Gut und Sehr gut erreicht werden.
   Im Unterricht verwendete elektronische Hilfsmittel und Formelsammlung sind erlaubt.

Übrige Fächer:
Physik:     3 oder 4 Aufgaben
Biologie:     3 oder 4 Aufgaben
Darstellende Geometrie: 3 bis 5 Aufgaben

Mündliche Prüfungen

Prüfungsgebiete:
Alle Fächer mit mindestens 4 Wochenstunden, auch Wahlpflichtfächer.      

Mündliche Prüfungen - Umfang
Bei 2 Prüfungen: Umfang mindestens 10 Wochenstunden
Bei 3 Prüfungen: Umfang mindestens 15 Wochenstunden Beispiele:
Englisch: 12 Wochenstunden (5.Kl. 3 W-Std., 6. Kl. 3, 7. Kl. 3, 8. Kl. 3)
Chemie: 4 Wochenstunden (7.K1. 2 W-Std., 8.K1. 2W-Std.)
Geschichte: 7 Wochenstunden (5.Kl. 2 W-Std., 6.K1. 1, 7.K1.2, 8.K1. 2)
Mündliche Prüfungen - Themenbereiche
KandidatInnen bekommen je Fach Themenbereiche bekanntgegeben:
Pro Wochenstunde 3 Themenbereiche; aber maximal 24 Themenbereiche:  Wichtige Ausnahmen:
WPG: Bildn. Erz. und Musik: 10 Themenbereiche
Französisch, Latein: 18 Themenbereiche

Mündliche Prüfungen - Kompetenzen
Kompetenzorientierte Aufgabenstellungen:
Anforderungen in den Bereichen Reproduktions- und Transferleistungen sowie Reflexion und Problemlösung.
In Deutsch und Latein ist von einem Text auszugehen.
In den Fremdsprachen muss je eine monologische und eine dialogische Aufgabe gestellt werden.

Mündliche Prüfungen - Durchführung
KandidatIn
zieht 2 Themenbereiche
wählt davon 1 Themenbereich
bekommt dazu eine Aufgabenstellung
bekommt mind. 20 Minuten Vorbereitungszeit
Prüfungsdauer: mind. 10, max. 20 Minuten
Alle Prüfungen eines Faches in einer Klasse hintereinander.
Mündliche Prüfungen einer/eines Kandidatin/Kandidaten können auf mehrere Tage aufgeteilt sein.

Wiederholungstermine

Innerhalb der ersten sieben Wochen des Schuljahres.
Innerhalb der ersten sieben Wochen nach den Weihnachtsferien.
Es müssen nur die negativ abgelegten Teilprüfungen wiederholt werden. Positiv abgelegte Teilprüfungen bleiben erhalten.

Termine

2. Semester 6. Klasse: Erste Informationen zu den vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA)
Projekttage 6. Klasse: Schulungen zu den VWAs, Unterstützung bei der Themenfindung/Bibliothekbesuch
1. Semester 7. Klasse: Themenfestlegung für VWA
1. Semester 7. Klasse: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
April 7. Klasse: Genehmigung der Themenstellung der VWA durch LSR
8. Klasse: Erstellung der VWA, Crashkurs zur Präsentation der VWA
Ende November 8. Klasse: Bekanntgabe Themenbereiche
14. Jänner in der 8. Klasse: Endgültige Wahl der Prüfungsgebiete der Klausuren und mündlichen Prüfungen
Erste Woche des 2. Semesters der 8. Klasse: Abgabe der VWA
Präsentation und Diskussion der VWA im Frühjahr März
Anfang Mai: Klausuren
Mai, Juni: 4 Vorbereitungsstunden je Prüfungsfach
Anfang Juni: Kompensationsprüfungen
Juni: Mündliche Prüfungen

Links

Neue Reifeprüfung: https://www.bmbf.gv.at/schulen/unterricht/ba/reifepruefung.html

Vorwissenschaftliche Arbeit: http://www.ahs-vwa.at/

Schulunterrichtsgesetz: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009600

BIFIE: http://www.bifie.at