Kunstobjekte anlässlich des Jubiläumsjahres: Vom Schärdinger Gym das Wissen in die Welt hinaustragen

Eine riesige Pusteblume, umgeben von wehenden Fahnen. Dieses imposante Bild bietet sich all jenen, die im Jubiläumsjahr 2020 am Schärdinger Stadtplatz bzw. über die Brücke über den Seilergraben spazieren. Initiatoren dieses Kunstprojekts sind die Professorinnen und Professoren des BG/BRG/BORG Schärding aus den Bereichen Bildnerische Erziehung und Werkerziehung.

 

Am Beginn dieses Projekts stand der Wunsch, das 75-Jahr-Jubiläum der Schärdinger Schule auch in der Stadt für Einheimische und Touristen sichtbar zu machen. Dazu sollten Fahnen mit verschiedenen Motiven am Stadtplatz aufgestellt werden. Prof. Leo Reischl, Professor für Technisches Werken, wollte zunächst nur seine KollegInnen mit einer Konstruktion für die Fahnenmasten unterstützen, doch dann kam ihm eine Idee: „Am Stadtplatz sollte ein Oktogon (= Achteck) aus Fahnen entstehen. Ich fand dann, dass es toll aussehen würde, wenn es noch ein weiteres Kunstwerk in der Mitte gäbe“, berichtet er. So begann er zu tüfteln und bald war die Idee der Pusteblume geboren. Dahinter steht die Symbolik, dass – so wie die einzelnen Samen des Löwenzahns sich in der Welt verstreuen – auch die Schärdinger SchülerInnen nach ihrer Matura ihr Wissen in die Welt hinaustragen.

 

Die Umsetzung der Idee war geprägt von vielen kleinen Optimierungsschritten. So erkannte Prof. Reischl zum Beispiel schnell, dass die Holzstöpsel, die er bei seinem ersten Versuch verwendet hatte, ungeeignet waren, da sie zu witterungsanfällig waren.

Das Ergebnis dieses mehrmonatigen Tüftelns kann sich sehen lassen: Am Stadtplatz befindet sich nun in mehreren Metern Höhe ein drehbares Kugelobjekt, auf dem 256 CD’s – sie symbolisieren die Samen der Pusteblume – montiert sind, nächtliche Beleuchtung inklusive.

Umgeben ist das Kunstwerk von acht Fahnen, die von Prof. Christa Reinhart mit Schülerarbeiten aus zwei Jahrzehnten gestaltet wurden. Denn von 1994 bis 2008 erstellte sie jedes Jahr mit BE-SchülerInnen einer zweiten Klasse einen Kalender zu einem bestimmten Thema und so können Schärdings BesucherInnen nun auf den drei Meter langen Fahnen Motive wie berühmte Bauwerke oder mythologische Szenen bewundern.

 

Auch über der Herzog-Ludwig-Brücke, die über den Seilergraben führt, thronen eine etwas kleinere Pusteblume und begleitend acht weitere Fahnen. Sechs Fahnen haben Schülerinnen der zweiten Klassen genäht, und vier von davon wurden im Anschluss von den SchülerInnen im Textilen Werkunterricht bei Prof. Ursula Lehner auch gefärbt und mit unterschiedlichen grafischen Schmetterlingsbildern gestaltet. Der Schmetterling steht symbolisch für den krönenden Abschluss einer langen Entwicklungsphase und für das Hinaustragen der Einzigartigkeit jedes Individuums in die Welt. Zwei der hier aufgestellten Fahnen wurden von SchülerInnen im Kunstunterricht bei Prof. Edith Spreitzer und Prof. Gerald Egger gestaltet und setzen die Zahl „75“ in unterschiedlichen Typografien anlässlich des Jubiläums in Szene. Prof. Leo Reischl gestaltete zusätzlich zwei Fahnen mit Abbildungen von Werkstücken diverser SchülerInnen.

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